[Rezension] "Die Bestimmung - Letzte Entscheidung" von Veronica Roth

Die Bestimmung: Letzte Entscheidung  - Veronica Roth, Petra Koob-Pawis
 
 
Titel: Die Bestimmung - Letzte Entscheidung
Reihe: Die Bestimmung, Band 3 / 3
Autorin: Veronica Roth
Originaltitel: Allegiant
Genre: Jugendliteratur, Dystopie
Verlag: cbt (24. März 2014)
ISBN: 978-3570161579
Seiten: 512
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

 

 


Ich bin ein Fan der ersten Stunde und habe die ersten beiden Bücher dieser Trilogie regelrecht verschlungen. Wer meine Rezension zu "Die Bestimmung" und "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" liest, bekommt reine Schwärmerei .... mit einem kleinen Wermutstropfen ... klar also, dass ich das grosse Finale schon lange herbeigesehnt habe.
Noch als kleine Anmerkung: Schon kurz nach der Veröffentlichung der Originalfassung ging ein Schrei durch die Bloggerwelt und es wurde über böse Spoiler in englischen Rezensionen geschimpft. Aus diesem Grund habe ich einen weiten Bogen um alles, was mit dieser letzten Enscheidung zusammenhing, gemacht. Ich wollte unbedingt unvoreingenommen an dieses Buch herangehen.


 
Die Fraktionen haben sich aufgelöst und Tris und Four erfahren, dass ihr ganzes Leben eine Lüge ist: Es gibt eine Welt außerhalb ihrer Stadt, außerhalb des Zauns. Für Tris und Four steht fest, dass sie diese neue Welt erkunden wollen. Gemeinsam. Doch sie müssen erkennen, dass die Lüge hinter dem Zaun größer ist, als alles, was sie sich vorstellen konnten, und die Wahrheit stellt ihr Leben völlig auf den Kopf. Als Tris dann auch noch die letzte Entscheidung treffen muss, kommt alles ganz anders als gedacht ... 
(Text- und Bildquelle: cbt)
 
Einstieg ins Buch:
Ich gehe in meine Zelle im Hauptquartier der Ken auf und ab, ihre Worte hallen mir noch in den Ohren. "Ich werde Edith Prior heissen. Und es gibt vieles, was ich frohen Herzens vergessen werde."
 

Schnell bin ich wieder in das Chicago der Zukunft eingetaucht und nach einem eher ruhigen Einstieg planen Tris und Four mit einer Gruppe der Getreuen die Stadt hinter sich zu lassen und herauszufinden, was es mit der Videobotschaft von Edith Prior genau auf sich hat und was sch hinter dem Zaun befindet. Schon nach kurzer Zeit lässt Veronica Roth die grosse Bombe platzen und lässt damit alles Gewesene in einem ganz anderen Licht erscheinen und zieht allen Beteiligten den Boden unter den Füssen weg.
Die Grundidee finde ich äusserst spannend, die Umsetzung kann mich jedoch nicht ganz überzeugen. Veronica Roth verstrickt etliche Gruppierungen, Verschwörungen und Revolutionen mit Erklärungsversuchen in Monolgform und eher langatmigen Gesprächsrunden, so dass Verwirrung und einige Längen vorprogrammiert sind.
Trotzdem konnte sie mich mit ihrem flüssigen Schreibstil und vielen ihrer Ideen wieder faszinieren und begeistern.

In dieser Stadt bedeutet "Kontrolle" Injektionsnadeln und Seren und offene Augen, die dennoch nichts sehen.     (Seite 29)

Band 3 wird neu abwechselnd aus der Sicht von Tris und Tobias erzählt. Solche Perspektivenwechsel finde ich eigentlich spannend und bereichernd. Ich mag Veronica Roths Schreibstil wirklich sehr gerne, doch leider konnte sie mich mit dieser Form nicht überzeugen, denn obwohl die beiden Protagonisten vom Denken her sehr unterschiedlich sind, kommt das beim Lesen nicht wirklich rüber. So war mir leider nicht immer klar, wen ich gerade begleitete.
 
Beim Lesen war ich vor allem in der ersten Hälfte des Buches hin- und hergerissen. Das lag vor allem daran, was die Autorin ihren beiden Protagonisten alles zumutete. Tris hat mir wieder besser gefallen als noch im zweiten Band. Sie agiert gewohnt selbstlos und scharfsinnig und tritt als sehr starke Persönlichkeit auf. Four .... tja, was schreibe ich Four ... denn der existierte eigentlich nicht mehr und Tobias war meistens nur ein Schatten seiner selbst. Wo war der berüchtigte Kerl, der nur vier Ängste kannte? Seine Selbstzweifel wiegen schwer und verleiten ihn zu unüberlegten Handlungen. Und obwohl ich Four nachtrauere, schafft es die Autorin diese Entwicklung verständlich und plausibel darzulegen.

Es scheint, als würde die Rebellion niemals aufhören – in der Stadt, hier auf dem Gelände, überall. Zwischen diesen Rebellionen sind nur Atemzüge, die wir naiv „Frieden“ nennen.     (Seite 314)

Das Ende spaltet die Leserschaft und ich muss gestehen, dass ich den Unmut ganz gut nachvollziehen kann. Genau auf Seite 420 schwante mir Böses, ich hoffte aber (fast) bis zuletzt, doch wie so oft, behielt mein Bauchgefühl recht. So war ich trotzdem fassungslos und geschockt .... DOCH ich für meinen Teil muss sagen, dass es für diese Trilogie eigentlich nur dieses logische Ende geben konnte und ich bewundere den Mut von Veronica Roth, dass sie es auch so konsequent und brutal realistisch umgesetzt hat. In diesem Chicago der Zukunft finden keine rosa Brillen Platz, auch wenn sich das wohl alle Romantiker gewünscht hätten.
 
Das Ende hat mich schockiert und fasziniert zurückgelassen und ich muss sagen, dass es meiner Meinung nach diesen ganzen dritten Band gerettet hat.

 
 
"Die Bestimmung - Letzte Entscheidung" spaltet die Leser.
Trotz einer durchwachsenen ersten Hälfte konnte mich Veronica Roth wieder begeistern und ein unfassbares, brutal realistisches Ende hat meiner Meinung nach das ganze Buch gerettet und mich mit einem Kloss im Hals und aufgewühlt zurück gelassen. 
Ich bewundere den Mut der Autorin, denn diese letzte Entscheidung lässt keinen kalt.
 
 
 
 
 
         

 

  1. Die Bestimmung     → zu meiner Rezension
  2. Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit     → zu meiner Rezension
  3. Die Bestimmung - Letze Entscheidung      
  4. Die Bestimmung - Fours Geschichte (Fünf Kurzgeschichten aus Fours Leben; Erscheinungstermin: 24.11.2014)
 


Es gibt auch eine Homepage zur Trilogie, auf der man einen Fraktionstest machen kann. Zudem gibt es viele weitere Extras: *klick*

Quelle: http://www.favolas-lesestoff.ch/2014/04/rezension-die-bestimmung-letzte.html